Erster Gen Z Hackathon brachte tolle Food-Ideen

von Food Cluster Hamburg

„How to Gen Z“ ist eine Frage, die sich viele Unternehmen der Lebensmittelbranche stellen. Gilt doch diese Zielgruppe, die Personen aus den Jahrgängen 1995 bis 2010 umfasst, als besonders attraktiv, aber auch mit herkömmlichen Marketingstrategien und Produkten nicht so leicht zu erreichen. Ein vom Food Cluster Hamburg organisierter Hackathon unter diesem Motto sollte zeigen, wie es geht, und brachte eine Menge vielversprechender Ergebnisse.

Beim Hackathon geht es von 0 auf 100 an zwei Tagen

Mitarbeitende aus sieben Mitgliedsunternehmen des Food Clusters, dazu Personen, die eine ordentliche Portion Kreativität und Know-how in Sachen Genz Z mitbrachten – so setzte sich das Feld der am Hackathon Teilnehmenden zusammen. Was sie bei dem Event erwarten sollte, war den meisten nur bedingt klar, aber reichlich Neugier, Motivation und die Bereitschaft, für eineinhalb Tage ordentlich Gas zu geben, brachten alle mit.

Zu Beginn erhielten sie von der Food-Expertin Karin Tischer einen Überblick über die neusten weltweiten Trends. Franziska Luh und Choon Ja Meinberg von der Innovationsberatung XO Projects gaben dann Einblicke in die Lebenswelt der Gen Z und erklärten, wie der Hackathon ablaufen sollte. Fünf Teams bekamen die Aufgabe, Food-Produkte für die Bedürfnisse der jungen Zielgruppe zu entwickeln. Zwei Themen standen dabei im Mittelpunkt: „Snacks“ und „Was nach dem Protein-Hype kommt“.

Ideen entwickeln und auf zwei Wegen überprüfen

Um sich besser in die Lebenswelt der Gen Z hineinzuversetzen, arbeiteten die Teams zunächst mit fiktiven Personas, die unterschiedliche Eigenschaften und Bedürfnisse der Zielgruppe bündelten. Unterstützt wurden sie dabei auch durch digitale und KI-gestützte Werkzeuge. Die Software von nextFood.ai hilft, den Innovationsprozess, der bei Lebensmitteln viele Monate dauern kann, an einem Tag zu durchlaufen. Hier diente sie dazu, die Ideen der Teilnehmenden zu konkretisieren.

Besonders spannend wurde es am Ende des ersten Tages: Die entwickelten Produktideen wurden mit zwei unterschiedlichen Ansätzen auf ihre Erfolgschancen hin überprüft. Dafür wurde, zum einen, auch die KI-gestützte Innovationsplattform nextFood.ai genutzt. Sie konkretisiert Produktekonzepte nicht nur, sondern bewertet diese auch, auf Grundlage verschiedener Daten und modellgestützter Analysen und ermöglicht so eine datenbasierte Einschätzung bereits in einer frühen Phase der Produktentwicklung.

Dem gegenüber stand die Bewertung durch reale Konsumenten und Konsumentinnen. Über die Marktforschungsplattform Appinio wurden Mitglieder der relevanten Zielgruppe befragt und die Produktideen so einem direkten Verbrauchercheck unterzogen. Während die eine Methode also auf daten- und KI-gestützte Analysen setzte, lieferte die andere unmittelbares Feedback von Menschen aus der Zielgruppe.

Am nächsten Morgen konnten die Teams die Ergebnisse beider Verfahren miteinander vergleichen. Das Ergebnis war interessant: Teilweise kamen sie zu sehr ähnlichen Einschätzungen, teilweise lagen die Bewertungen deutlich auseinander. Für die Teams hieß es anschließend, sich auf ein Produkt zu fokussieren und dieses für die Präsentation vor einer Fachjury weiterzuentwickeln.

Viel Zeit blieb dafür nicht. Auch in dieser letzten Phase kamen generative KI-Anwendungen zum Einsatz - etwa um aus den Produktkonzepten in kurzer Zeit Visualisierungen zu erstellen. So entstanden überzeugende Produktbilder und in einem Fall sogar ein Video für den abschließenden Pitch.

5 vielversprechende Ideen mit großem Potenzial

Bei den Food-Kreationen brachten die teilnehmenden Unternehmen ihre jeweiligen Kompetenzen und Expertisen ein. Bei dem Team von Infinite Roots und Kühne spielten daher der innovative Umgang mit Pilzen des Startups und das vielfältige Angebot an Dipsaucen des Traditionsunternehmens eine wichtige Rolle. Die Beiträge der Bauck Mühle und der Bohlsener Mühle stellten erwartungsgemäß Backwaren mit Gen Z-Flair in den Mittelpunkt. Das Team von Stern-Wywiol dachte ein bereits etabliertes Getränk neu und die Bio-Manufaktur Lubs zusammen mit Dellia sorgten mit originellen Snackideen für Farbtupfer.

Die Jury, bestehend aus Sina Gritzuhn (Gründerin Food Innovation Camp), Simone Müggenburg (Head of Marketing Almased) und Alexander Djordjevic (Gründer FOODVIBEZ), hatte nun die Aufgabe, einen Sieger zu küren. Gar nicht so einfach, denn es war beeindruckend, was alle Mitwirkenden innerhalb kürzester Zeit auf die Beine gestellt hatten. Der dritte Platz ging schließlich an Team Lubs und Dellia, Platz zwei sicherte sich die Kombi Kühne-Infinite Roots.

Das Rennen machte am Ende ein Snack der Bohlsener Mühle. Was genau sich dahinter verbirgt, wollen wir an dieser Stelle noch nicht verraten, wie auch bei den anderen Produktinnovationen nicht. Noch sind sie reine Fiktion. Doch das muss nicht so bleiben. Schließlich haben bei dieser Version Unternehmen teilgenommen, die alle Voraussetzungen mitbringen, die Projekte weiter voranzutreiben und aus den Ideen echte Produkte entstehen zu lassen. Lassen wir uns also gern überraschen! Das Gewinnerteam bekommt übrigens zusätzliche Unterstützung durch den Hauptpreis, ein Innovations-Sparring von XO Projects.

Meike Sültemeier, Leiterin Produktmanagement & -Marketing bei Bauck, blickt begeistert auf die Veranstaltung zurück: „Vielen Dank, dass Julia und ich beim Hackathon dabei sein durften. Wir hatten eine richtig schöne Zeit und haben viele spannende Impulse und neue Ansätze mitgenommen. Besonders wertvoll war für uns der offene Austausch und der Einblick und die Perspektiven der Gen Z – auch mit Blick auf aktuelle Trends. Und natürlich kam der Spaß nicht zu kurz!“ So wünschen wir uns das, es geht nicht nur ums Gewinnen, sondern um die wertvolle Erfahrung sowie neue Ansätze und Impulse.

Mehr Gen Z beim Think Tank am 17. November!

Wie es mit den fünf Teams weitergeht, werden wir vielleicht schon am 17. November 2026 erfahren. Dann veranstaltet das Food Cluster nämlich den „Think Tank“, ein Event, bei dem erneut die Gen Z im Mittelpunkt steht. Ein Programmhöhepunkt wird die Verleihung des Food Cluster Innovation Awards. Wer das miterleben möchte: Hier gibt es Tickets!

 

Fotos: Florian Driessen