FIC 2026 - Wir waren dabei! Warum?
von Food Cluster Hamburg
So unterstützt das Food Cluster Hamburg Unternehmen der Lebensmittelbranche bei ihren Herausforderungen
„Lebensmittel sind weit mehr als ein Wirtschaftsgut. Sie stehen für Genuss, bringen Menschen zusammen und sind ein wichtiger Teil unserer Lebensqualität. Vor allem aber sind Lebensmittel die Grundlage unseres täglichen Lebens. Dass wir jederzeit auf ein vielfältiges und hochwertiges Angebot zurückgreifen können, erscheint oft selbstverständlich. Tatsächlich steckt dahinter die Leistung vieler Menschen und Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.“
Ein starkes Netzwerk hilft bei komplexen Herausforderungen
Mit diesem Worten begrüßte Dr. Melanie Leonhard, Senatorin der Hamburger Behörde für Wirtschaft und Innovation, die Gäste des Food Innovation Camps (FIC), die sich zum Panel des Food Cluster Hamburg versammelt hatten. Zuvor hatte dessen Geschäftsführer Sascha Taube bereits erklärt, worum es bei der Gesprächsrunde gehen sollte. Die Lebensmittelbranche muss sich mit komplexen Herausforderungen auseinandersetzen: Neue regulatorische Anforderungen zu erfüllen, steigenden Ansprüche in Bezug auf Nachhaltigkeit und Qualität gerecht zu werden und gleichzeitig innovativ und wettbewerbsfähig zu bleiben gelingt kaum einem Unternehmen im Alleingang.
„Um diese Aufgaben erfolgreich zu bewältigen, braucht es Innovationen, Zusammenarbeit und starke Netzwerke. Genau dafür stehen das Food Cluster Hamburg und das Food Innovation Camp. Sie bringen etablierte Unternehmen, Startups, Wissenschaft und Politik zusammen und schaffen Raum für neue Ideen und Partnerschaften,“ fuhr Frau Dr. Leonhardt in ihrem per Video eigespielten Grußwort fort. Mit einem eigenen Stand war das Team des Food Clusters auf dem FIC präsent und nutzte die Gelegenheit zum intensiven Austausch mit dem Fachpublikum. Die vor Ort diskutierten Fragen und Themen zeigten deutlich, wie passgenau die angebotenen Leistungen die aktuellen Herausforderungen der Branche adressieren. Einen vertiefenden Überblick bot zudem das Panel des Food Cluster Hamburg, das von Dr. Annika Schröder und Anke Spree moderiert wurde und zentrale Fragestellungen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtete.
Frühzeitig mit Verordnungen und Qualitätsmanagement beschäftigen
Dort ging es unter anderem um die vielen neuen Gesetzte und Verordnungen, die in naher Zukunft in Kraft treten. Andreas Lützen von der Anwaltskanzlei ZENK gab einen Überblick und rief dazu auf, die Verpackungsverordnung PPWR, die bereits ab 12. August in Teilen rechtsverbindlich wird, sorgfältig zu beachten. Er warnte davor, sie mit der Entwaldungsverordnung zu vergleichen, die mehrmals verschoben und abgeschwächt wurde. Auch die ab 27. September geltende EmpCo-Richtline (hier auf Beitrag verlinken), die für mehr Transparenz und Genauigkeit bei der Markenkommunikation in Sachen Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit sorgen soll, gelte es ernst zu nehmen.
Bei Rechtsfragen bietet das Food Cluster Hilfe durch sein umfangreiches Netzwerk und praxisorientierte Workshops, in denen aktuelle Verordnungen, aber auch einzelne Fälle und Entscheidungen aufbereitet und vermittelt werden. Ebenfalls geht es da um das Qualitätsmanagement, um das sich Barbara Siebke als Beraterin kümmert. Sie hat oft mit Startup-Gründerinnen und Gründern zu tun, die sich mit dem Thema bisher nicht beschäftigt haben und sich dann an sie wenden, wenn es fast schon zu spät ist. Ein typischer Fall ist die bevorstehende Listung bei einem großen Handelsunternehmen, für die bestimmte Zertifikate eine Voraussetzung sind.
Zwar lässt sich vieles auch kurzfristig noch regeln, garantiert ist das aber nicht. Siebke rät deshalb allen Startups, sich mit dem Qualitätsmanagement schon in der Gründungsphase zu beschäftigen und die damit verbundenen Aufgaben bei der Produktentwicklung mitzudenken. Hilfreich kann dabei ein Lohnhersteller sein, der mit den Gegebenheiten vertraut ist.
Lohnhersteller oder eigene Produktion?
Aber ist ein Lohnhersteller überhaupt die ideale Lösung für ein Startup, oder sollte es bei der Produktion auf eine eigene Anlage setzen? Das war eine der zentralen Fragen des Panels, auf die es keine allgemeingültige Antwort gab. Hans-Christoph Meyer, Geschäftsführer der HaMix GmbH (Mitgliedsunternehmen), schilderte die Vorteile eines Lohnherstellers. Gründerinnen und Gründer, aber auch Unternehmen könnten sich zu jedem Zeitpunkt an ihn wenden. Im Prinzip reiche schon eine konkrete Produktidee mit präzisen Vorgaben, HaMix könne das dann umsetzen, vom Getränk bis zum Trockenpulver sei fast alles möglich. Zudem betonte er die hohe Flexibilität eines Lohnherstellers, die eine rasche Umstellung oder Erweiterung des Sortiments erlaube, ebenso wie Sondereditionen, etwa zu Weihnachten.
Annemarie Heyl ist mit ihren Startup Kale & Me (Mitgliedsunternehmen), das unter anderem Saftkuren anbietet, einen anderen Weg gegangen. Sie stammt aus einem Familienunternehmen und war daher hohe unternehmerische Unabhängigkeit gewohnt. Zudem war ihr Unternehmen am Anfang ausschließlich auf E-Commerce fokussiert, ihre Produktionsstätte bot da viele Anknüpfungspunkte beim Auftritt in den sozialen Medien. In guten Zeiten sorgte die eigene Anlage für hohe Flexibilität, in schlechten Zeiten, etwa während der Pandemie, musste sie mit den Problemen allein fertigwerden. Heute würde sie wahrscheinlich einen anderen Weg wählen, da E-Commerce allein nicht mehr trägt und Kale & Me unter anderem auch Hotels beliefert.
Gemeinsam geht alles besser
Was ihr immer wieder geholfen hat, ist der Austausch über Netzwerke wie das Food Cluster. Ob die Beschaffung von Informationen über Verordnungen und Qualitätsmanagement oder die Vermittlung von potenziellen Partnern für Produktion und Rohstoffbelieferung – der Kontakt zu anderen Akteuren aus der Branche sorgte dafür, das Rad nicht neu erfinden zu müssen. Voneinander zu lernen, bereichert Startups wie etablierte Unternehmen und Kooperationen bringen am Ende alle viel weiter als stures Konkurrenzdenken.
Fotos: Shanice Allerheiligen - Studio Shanice